Franz Joseph Ess

Franz Joseph Ess (* 1735; † 1796 in München) war ein deutscher Porzellanbildner.

Über die Biographie des Künstlers ist wenig bekannt. Er arbeitete zeitweise in der 1758 gegründeten Porzellanmanufaktur des Herzogs Carl Eugen von Württemberg. Geleitet wurde diese Manufaktur in Ludwigsburg zunächst von Joseph Jakob Ringler, der zuvor in Höchst, Straßburg und Nymphenburg tätig gewesen war und offenbar z. T. Arbeitskräfte anwarb, die er in den dortigen Porzellanmanufakturen kennengelernt hatte. Darunter war Gottlieb Friedrich Riedel und wahrscheinlich auch der Modelleur Franz Joseph Ess. Dieser wurde am 20. Januar 1760 eingestellt. Er erhielt zunächst ein monatliches Gehalt von 24 Gulden, das jedoch schon nach drei Monaten erhöht wurde. Ess, der wahrscheinlich vorher in Höchst gearbeitet hatte, blieb bis 1763 in Ludwigsburg. Danach zog er nach Nymphenburg. In seinen letzten Lebensjahrzehnten lebte er als „Burger und Medaillenformateur“ in München.
In einer Annonce in den Münchener Intelligenzblättern aus dem Jahr 1783 wird er als „ehemaliger Hausmeister des kurfürstl. albertinischen Kollegiums in Ingolstadt“ bezeichnet. Mehreren Zeitungsanzeigen und Katalogen aus seinen späteren Jahren ist zu entnehmen, dass er mehrere Tausend Abdrücke von Münzen und Medaillen aus einer porzellanartigen Masse zu verkaufen versuchte.
Zu Ess‘ besonderen Fähigkeiten gehörte offenbar die Gestaltung von lebensecht wirkenden Porzellanblumen und -blüten, weshalb auch zahlreiche Ludwigsburger Prunkvasen aus der Zeit vom 1760 bis 1763 mit Blütengirlanden geschmückt sind. Porzellanblumen nach Entwürfen Ess‘ werden nach wie vor hergestellt und verkauft.
Ess, der zuvor relativ unbekannt war, geriet durch eine Ausstellung der Sammlung Reinhard Jansen im Jahr 2008 in den Blickpunkt der Forschung. Viele seiner Werke, die sich in den Beständen verschiedener Museen befinden, wurden im Zuge der Vorarbeiten und der Katalogerstellung identifiziert. Ess schuf unter anderem eine Gruppe von Kinderfiguren, die die vier Jahreszeiten verkörpern, eine Serie von stehenden Göttern, Tänzer- und andere Paare sowie Figuren von Damen in Reifröcken.
Als charakteristische Merkmale von Ess-Figuren gelten nicht nur die miteinander verbundenen Mittel- und Ringfinger seiner menschlichen Gestalten, sondern auch die etwas verrenkte Körperhaltung, die vor allem den stehenden Göttern eigen ist: Die Figuren – eine Venus und ein Merkur etwa befinden sich im Berliner Kunstgewerbemuseum, ein Jupiter in Jansens Sammlung – weisen ein deutliches Hohlkreuz und einen Bauchansatz auf und greifen mit den Unterarmen vor sich in den Raum.
Die Serie ist derzeit wahrscheinlich nicht vollständig bekannt; Jansen nimmt an, dass verschollene weitere Götterfiguren von Ess wieder auftauchen könnten. Dasselbe gilt für eine ähnliche Götterserie, die Ess‘ Zeitgenosse Johann Wilhelm Götz schuf und die von genauerem anatomischem Wissen zeugt.
Götz‘ Repertoire weist eine weitere Ähnlichkeit mit dem von Ess auf; er schuf ebenfalls eine Allegorie der vier Jahreszeiten, wie sie im Rokoko beliebt war. Während die Kinderfiguren, die Ess gestaltete, laut Christel Heybrock einen Aspekt der Putzigkeit besitzen, gestaltete Götz seine Vier Jahreszeiten aber als repräsentativen Tafelaufsatz, der aus vier mit Rocaille-Ornamenten bekrönten Bänken besteht, auf denen jeweils ein poussierendes Pärchen sitzt.

Handwerklich-Künstlerischer Unterricht

Der Handwerklich-Künstlerische Unterricht bzw. künstlerisch-praktische Unterricht bezeichnet in der Pädagogik der Waldorfschulen eine Gruppe von Fächern, die die Entwicklung der künstlerisch-kreativen und praktisch-handwerklichen Fähigkeiten der Schüler zum Ziel haben. Im engeren Sinne bezeichnet Handwerklich-Künstlerischer Unterricht (dann oft abgekürzt HKU) , bzw. künstlerisch-praktischer Unterricht (KPU) eine besondere Unterrichtsform in der Oberstufe der Waldorfschulen.
Die handwerklich-künstlerischen Fächer, die vom ersten bis zum letzten Schuljahr unterrichtet werden, finden in der Klasse 1 bis 8 im Anschluss an den morgendlichen Epochenunterricht des Klassenlehrers, welcher die deutschsprachigen Hauptfächer behandelt, statt. Welche Fächer zu den handwerklich-künstlerischen, bzw. künstlerisch-praktischen Fächern gehören, wird an den Waldorfschulen unterschiedlich gehandhabt. Dazu gehören zum Teil Musik, Malen, Gartenbau, Handwerken (Schreinern), Handarbeit, Eurythmie und andere.
Die Oberstufe wird an verschiedenen Waldorfschulen in zwei Zweigen durchgeführt: Einmal für die Schüler, die das Abitur machen wollen und zum Zweiten für die Schüler, die eine berufliche Ausbildung anstreben. Entsprechend unterscheiden sich dann auch die Stundentafeln. Die Schüler, die sich nicht auf das Abitur vorbereiten, können zwischen mehreren Schwerpunkten wählen, zum Beispiel Tischlern/Schreinern, Hauswirtschaft, Schneidern. In der Abschlussfeier am Ende der 12. Klasse stellen sie ihre Arbeiten der Öffentlichkeit vor.
Der Handwerklich-Künstlerische Unterricht (HKU) der Abiturienten kann sich in lockerer Epochenform gestalten. Das heißt, dass mehrmals pro Woche dasselbe Fach unterrichtet wird, welches nach einem Zeitraum von mehreren Wochen durch ein anderes abgelöst wird. In diesem Zusammenhang werden z. B. Fächer wie Schreinern, Verpackungstechnik, Buchbinden, Korbflechten, Schmieden, Kunstgeschichte, Steinmetzen, Schneidern, technisches oder künstlerisches Zeichnen und Malen unterrichtet.

Zilling

Zilling (deutsch Zillingen) ist eine französische Gemeinde mit 271 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Moselle in der Region Lothringen. Sie gehört zum Arrondissement Sarrebourg und zum Kanton Phalsbourg.

Zilling liegt etwa 13 Kilometer östlich von Sarrebourg auf einer Höhe zwischen 238 und 304 m über dem Meeresspiegel. Das Gemeindegebiet umfasst 3,58 km².
Der Ort wurde 966 erstmals als Zuselingen erwähnt und gehörte ab 1661 zu Frankreich, wurde dann durch den Frieden von Frankfurt 1871 wieder deutsch und nach dem Ersten Weltkrieg wieder französisch. Auch in der Zeit des Zweiten Weltkriegs war die Region wieder unter deutscher Verwaltung.
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Iso Lele

Iso Lele
Der Iso Lele (auch: Iso Rivolta Lele und Lele IR6) war ein von 1969 bis 1974 gebautes Sportcoupé des italienischen Herstellers Iso Rivolta. Der auffällig gestaltete Lele war mit Chevrolet- und Ford-Motoren lieferbar. Er war das letzte neue Modell, das Iso vor der insolvenzbedingten Produktionseinstellung 1974 präsentierte.

Der Lele geht auf eine Unikat zurück, das Iso 1969 für einen amerikanischen Kunden hergestellt hatte. Auf der technischen Basis des Iso Rivolta 300 gestaltete Marcello Gandini für Bertone ein stilistisch eigenständiges Fließheckcoupé. Das Fahrzeug wurde 1969 auf dem Turiner Autosalon ausgestellt und erhielt unerwartet viel Zustimmung, so dass sich Piero Rivolta, der die Leitung des Unternehmens nach dem Tode seines Vaters 1966 übernommen hatte, zu einer Serienfertigung entschloss.
Der Lele war ab Mai 1970 lieferbar; das erste Exemplar mit der Fahrgestellnummer 500001 wurde am 2. Mai 1970 fertiggestellt. Der Name des Wagens war eine Reverenz an Piero Rivoltas Ehefrau Rachele, die gemeinhin „Lele“ gerufen wurde.
Im Modellprogramm der Marke Iso war der viersitzige Lele zwischen dem zweisitzigen Hochleistungssportwagen Grifo und der viertürigen Limousine Fidia positioniert. Er nahm damit die Stellung des 1963 vorgestellten IR 300 ein, dessen Produktion Iso wenige Monate nach der Vorstellung des Lele einstellte.
Das wesentlich Neue am Lele war die Karosserie. Die Linien waren eine Melange aus Rundungen und spitzen Winkeln. Die Frontpartie bot Doppelscheinwerfer, die unter einer in die Motorhaube integrierten Klappe zur Hälfte verdeckt waren. Im aktivierten Zustand hob sich der Deckel geringfügig. Dieses Designmerkmal wurde später für die überarbeiteten Iso Grifo übernommen und danach von diversen Konkurrenten kopiert. So fanden sich halbverdeckte Scheinwerfer auch am Lamborghini Jarama, ebenfalls ein Gandini-Entwurf, ferner an einem Entwurf von Pietro Frua für eine zweite Serie des Maserati Quattroporte und schließlich auch an einem Einzelstück von AC Cars namens 429, das auf einem Monteverdi High Speed 375 basierte und ebenfalls von Frua entworfen worden war. Bemerkenswert war auch die Seitenlinie des Lele. Von den hoch angesetzten Seitenpfosten senkte sich die Gürtellinie zunächst ab, um am Heck wieder anzusteigen. Dieses Motiv wiederholte sich bei einer seitlichen Sicke, ferner auch an der Linie der Stoßstangen. Das Fahrzeug endete mit einem weit ausladenden Fließheck, in das eine kleine Kofferraumklappe integriert war. Die Rückleuchten schließlich stammten vom Fiat 124 Coupé der ersten Serie. Damit entsprach das Heckdesign jenem des Iso Fidia.
Von besonderer Eleganz war das Interieur, das durch die verschwenderische Verwendung von Leder und den geschickten Einsatz von dezenten Holzeinlagen einen ausgesprochen wertvollen Eindruck machte. Diese Interieur-Gestaltung wurde kurz darauf für die Limousine Iso Fidia übernommen. Allerdings wurde in der Presse die etwas zufällig wirkende Platzierung der zudem scharfkantigen Hebel und Schalter kritisiert. Die Modelle Lele Marlboro und Lele Sport hatten ein davon abweichendes Armaturenbrett.
Chassis und Fahrgestell entsprachen weitestgehend dem Iso Rivolta IR 300. Bezüglich der Motoren machte der Lele die gleiche Entwicklung wie der Lele und die Limousine Fidia mit: Nachdem anfänglich Chevrolet-Triebwerke eingebaut wurden, stellte Iso 1971 auf Achtzylindermotoren von Ford. Grund hierfür waren wiederholte Zahlungsschwierigkeiten Isos und der Umstand, dass General Motors im Hinblick darauf eine Bezahlung bei Bestellungseingang forderte.
Es gab jeweils unterschiedliche Leistungsstufen, die mit verschiedenen Achsübersetzungen verbunden werden konnten. Die im Iso Grifo verwendeten 7,0- oder 7,4-Liter-Versionen dieser Triebwerke waren im Lele allerdings nicht erhältlich. Folgende Triebwerks- und Getriebeversionen standen zur Wahl:
Daneben verwendete der Lele zahlreiche weitere Technikkomponenten unterschiedlicher Zulieferer. Das Differential wurde von Salisbury bezogen, die Lenksäule entsprach der des Fiat 130.
Das Basisfahrzeug wurde zunächst als Iso Rivolta Lele verkauft. Ab 1971 bekam das Modell den Zusatz IR6, ohne dass sich – abgesehen davon – irgendetwas geändert hätte.
1973 erschien eine Lele Marlboro genannte Version mit einem leistungsgesteigerten Motor. Diese Version wurde von Giotto Bizzarrini und Giuseppe Caso entwickelt. Der Motor wurde überarbeitet; das betraf insbesondere die Ein- und Auslasskanäle. Das Werk gab die Motorleistung mit 360 PS an. Zugleich wurde durch Verzicht auf Dämmmaterial und ein leichteres Interieur, das vor allem aus einem einfacher gestalteten Armaturenbrett bestand, das Gewicht des Lele gesenkt. Die Stoßstangen waren aus Kunststoff gefertigt, und an der Frontpartie installierten Caso und Bizzarrini einen einfachen, aber auffälligen schwarzen Frontspoiler. Die Lele Marlboro-Version sollte einen direkten Bezug zu dem zeitgleich initiierten Formel-1-Auftritt von Iso Rivolta herstellen, den das Werk zusammen mit dem britischen Rennstall Frank Williams Racing Cars und dem Zigarettenhersteller Philip Morris International in der Saison 1973 unternahm. Frühe Werbefotos zeigten Piero Rivolta und Frank Williams neben einem (allerdings normal ausgestatteten) Lele, später entstanden Bilder, auf denen ein Lele Marlboro zusammen mit dem Rennfahrer Arturo Merzario und einem Formel-1-Fahrzeug vom Typ Iso-Marlboro IR1 abgebildet war.
Bis zum Ende des Formel-1-Engagements entstanden nur wenige Exemplare des Lele Marlboro, die in erster Linie an Repräsentanten von Philip Morris geliefert wurden. In der Motorsportliteratur wird eine Spanne von zwei bis fünf Exemplaren genannt. Eines der Fahrzeuge wurde an den Formel-1-Rennfahrer Emerson Fittipaldi geliefert.
Der 1974 präsentierte Lele Sport setzte das Konzept des Lele Marlboro fort. Das Auto entsprach technisch in nahezu allen Details dem Lele Marlboro. Es war – zu einem sehr hohen Neupreis – für die allgemeine Kundschaft erhältlich; angesichts der Ölkrise, die 1974 ihren Höhepunkt erreichte und die Nachfrage nach Hochleistungssportwagen stark fallen ließ, entstanden aber nur wenige Fahrzeuge. Zusammengenommen, dürften etwa 20 Exemplare des Lele Marlboro und des Lele Sport entstanden sein.
Die britische Automobilzeitschrift Car testete im Sommer 1974 einen Lele Sport. Die Tester bezweifelten die Richtigkeit der vom Werk veröffentlichten Leistungsangabe und waren angesichts der gemessenen Beschleunigungswerte der Ansicht, dass sich der tatsächliche Wert auf weniger als 300 PS belaufe. Das Fahrverhalten wurde als „lebendig, aber nicht unkomfortabel“ beschrieben. Der Motor übersteige „nur unwillig“ das Niveau von 5.400 Umdrehungen pro Minute, allerdings werde die Höchstleistung bei 5.800 Umdrehungen pro Minute abgegeben. Der Antriebsstrang des getesteten Fahrzeugs war fehlerbehaftet. Die Tester monierten Ruckbewegungen und Geräusche beim Lastwechsel, und nach einem Betrieb von 7.000 Meilen zerbrach die Kupplung. Insgesamt hielten die Tester den Lele Sport für ein enttäuschendes Auto.
Im Frühjahr 2011 wurde einer der seltenen Lele Sport zum Preis von 52.000 £ zum Verkauf angeboten.
Der Lele war in kommerzieller Hinsicht kein Erfolg. Insgesamt wurden zwischen 1969 und 1974 nicht mehr als 295 Fahrzeuge in allen Versionen hergestellt. Die Produktionszahlen verteilen sich wie folgt:
Produktionszahlen der unterschiedlichen Versionen:
Die ehemaligen ISO-Mitarbeiter Roberto Negri und Maurizio Zanisi gründeten 1976 in Paderno Dugnano, 5 km von Isos altem Werk in Bresso entfernt, das Unternehmen Ennezeta S.r.l. und stellten bis 1979 einige Exemplare der Modelle Grifo, Fidia und Lele her.
Sportwagen (1962–1970): 300 | Grifo | Fidia | Lele | Kleinwagen (1953–1956): Iso Isetta | Prototypen, Einzelstücke und Stilstudien: Grifo Spyder | Varedo | Grifo 90 | Grifo 96 | Lizenzvergabe (1953–1962): Iso España Isetta | BMW Isetta | Vélam Isetta | Isetta of Great Britain | ROMI-Isetta;|

Gröpernmühle

Die Gröpernmühle ist eine denkmalgeschützte ehemalige Wassermühle in Quedlinburg in Sachsen-Anhalt.

Die im Quedlinburger Denkmalverzeichnis eingetragene Mühle befindet sich nördlichen der Quedlinburger Altstadt auf der Ostseite der Straße Gröpern an der Adresse Gröpern 12. Sie gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Westlich des Anwesens verläuft Mühlengraben, an dessen linken Ufer die Gröpernmühle liegt.
Der Mühlenhof besteht aus einer einfach gehaltenen dreiseitigen Bebauung aus Fachwerkhäusern. Die Mühlengebäude stammen größtenteils aus dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert.
Die Geschichte der Mühle ist jedoch deutlich älter. Die erste urkundliche Erwähnung stammt bereits aus der Zeit um das Jahr 1050. 1821 erwarb die Firma Kratzenstein, die die Schlossmühle Quedlinburg betrieb, auch die Gröpernmühle. Zur Gröpernmühle gehörte eine eigene Kornbrennerei. Nach dem Ersten Weltkrieg stellte die Gröpernmühle dann ihren Betrieb ein.
51.79482311.147363Koordinaten: 51° 47′ 41″ N, 11° 8′ 51″ O
Gröpern 1, 2 | Gröpern 3 | Gröpern 5, 6 | Gröpern 8 | Gröpern 10 | Gröpern 11 | Gröpern 12 | Gröpern 15–18, 18a | Gröpern 21 (Gröpernmühle) | Gröpern 24 | Gröpern 25 | Gröpern 26 | Gröpern 29 | Gröpern 30 | Gröpern 32 | Wegweiser

Daniel Huntington

Daniel Huntington (* 14. Oktober 1816 in New York; † 19. April 1906 ebenda) war ein amerikanischer Maler.

Huntington wurde 1835 Schüler des Malers und Erfinders des elektromagnetischen Telegraphenapparats Samuel F. B. Morse und später des Malers Henry Inman.
1839 ging er nach Florenz, wo er mehrere Genrebilder besonders humoristischen Inhalts malte, z. B. Der schlafende Zecher und Der Wirtshauspolitiker. Dann begab er sich nach Rom und malte ein Bild aus der Zeit der ersten Christenverfolgung. Später kehrte er für kurze Zeit nach New York zurück, besuchte 1844 Rom zum zweiten Mal und widmete sich von da an idealen religiösen Darstellungen, die sein Hauptfach wurden, worin er sich mit tiefem Gefühl und schlichter, einfacher Wahrheit bewegte.
Dazu gehören:
Außerdem malte er mehrere Landschaften und zahlreiche Porträts. Im Jahr 1876 wurde er zum zweiten Mal zum Präsidenten (PNAD) der National Academy of Design in New York gewählt.
Er malte auch das Bild des US-Senators und Sprecher des Repräsentantenhauses Robert Charles Winthrop.
Um danach auf den Meyers-Artikel zu verweisen, kannst du {{Meyers Online|Band|Seite}} benutzen.

Mount Elgon

Der Mount Elgon ist ein erloschener Vulkan an der Grenze von Uganda im Westen und Kenia im Osten. Sein Krater hat einen Durchmesser von etwa 12 Kilometer. Er wurde nach der Volksgruppe der Elgonyi benannt, die bis in das 20. Jahrhundert an der Südseite des Berges lebten. Bei den Massai in Kenia heißt er Ol Doinyo Ilgoon, auf der ugandischen Seite Masaba oder Masawa.

Der Mount Elgon gehört zu den höchsten Bergmassiven Ostafrikas. Er liegt 100 km nordöstlich des Victoriasees. Trotz seiner Höhe beträgt die Hangneigung im Durchschnitt nur etwa 4 Grad. Das Berggebiet hat eine Ausdehnung von 80 km von Norden nach Süden und 50 km in Ost-West-Richtung. Die internationale Grenze verläuft entlang des Flusses Suam, der nach Nordosten abfließt, und des Lwakaka, der nach Süden fließt und bis nahe Tororo die Grenze bildet.
Er ist der älteste der zum Großen Afrikanischen Grabenbruch gehörenden Vulkane. Er entstand im Miozän, sein letzter größerer Ausbruch geschah vor etwa 12 Millionen Jahren. Seit 3 Millionen Jahren ist er nicht mehr ausgebrochen. Damals brach hauptsächlich flüssige Lava aus, die für die heutige, flach ansteigende Form des Schildvulkans verantwortlich ist. Moränen am Gipfel, die bis auf 3500 Meter Höhe herabreichen, und kleine Kraterseen weisen darauf hin, dass der Berg im Pleistozän (vor 1,5 Millionen Jahren) von Gletschern bedeckt war.
Der sich über beide Länder erstreckende Mount-Elgon-Nationalpark ist von der ugandischen und der kenianischen Seite erreichbar. Außer den beiden Grenzflüssen entspringen am Mount Elgon einige weitere Flüsse, darunter an der Ostseite der Nzoia, der in den Viktoriasee mündet. Der Suam entspringt innerhalb des Kraters und strömt durch eine etwa 3500 Meter hoch gelegene, begehbare Schlucht in der Caldera. Am unteren Talausgang liegen heiße Quellen. Diese und eine weitere Schlucht auf ugandischer Seite wurden durch das abfließende Schmelzwasser der Gletscher in dem weichen vulkanischen Gestein gebildet. Der Schutzstatus für das Gebiet wird bereits durch seine wichtige Funktion als Wassereinzugsgebiet für den Turkana-See und den Kyoga-See gerechtfertigt
Am Berg kann es besonders in höheren Regionen ganzjährig regnen, die meisten Niederschläge fallen zwischen April und Oktober. Im Norden und Osten werden 1500 Millimeter Jahresniederschlag, im Süden und Westen 2000 Millimeter gemessen. Die Böden innerhalb der Caldera und an den höher gelegenen Bergflanken bestehen überwiegend aus einer dünnen Schicht mit dunklem dauerfeuchtem Lehm, erst in tieferen Regionen finden sich humushaltige rotbraune Lehmböden, die für einen relativ intensiven landwirtschaftlichen Anbau geeignet sind.
Artenreicher Tieflandregenwald ist praktisch nicht mehr vorhanden. Bis in 2500 Meter Höhe gedeiht ein gemischter Bergwald, in dem im etwas trockeneren Norden Steineiben, Wacholder und Ekebergia (ein Mahagonigewächs) und im Süden Prunus africana und Olea welwitschii (Gattung Ölbäume) vorherrschen. Zwischen 2400 und 3000 Meter folgen lichte Bambuswälder, die aber keinen geschlossenen Gürtel bilden. An den Nordhängen haben Rinderweiden zu einem offenen Grasland geführt. Gegen die seit den 1970er und 1980er Jahren verstärkt zu beobachtende Bodendegradation wurde 1996 ein Projekt zum Schutz des Waldreservates gestartet.
Oberhalb von 3500 Meter beginnt die Grasvegetation mit Heidekrautgewächsen der afrikanischen Hochmoorzone. Außerhalb der Caldera sind vereinzelt Strohblumen und Lobelien zu sehen, innerhalb ein Alchemilla elgonensis genannter Zwergbusch. In der Caldera fallen besonders Senecio elgonensis ins Auge. Insgesamt ist das Gebiet sehr reich an Tier- und Pflanzenarten, darunter sind Elefanten, Leoparden, Primaten (Schwarz-weiße Stummelaffen und Rotschwanzmeerkatze) und 144 Vogelarten.
Rudolf Kmunke (1866–1918) und Robert Stigler (1878–1975) bestiegen am 14. Dezember 1911 den Wagagai und den Koitobos, den sie Kaiser-Franz-Joseph-Spitze nannten. Zu dieser Expedition gehörten vier Europäer und 200 bis 250 afrikanische Träger und Helfer. Der Sudek-Gipfel war bereits 1890 von Fredrick Jackson und Ernest Gedge bestiegen worden. Sie durchquerten die Caldera von Norden nach Süden und waren mit 400 Bediensteten unterwegs. Der Schotte Joseph Thomson erkundete 1883 den Südhang des Berges. 1896 wurde das Bergmassiv vom britischen Kolonialverwalter Charles William Hobley (1867–1947) erstmals umrundet.
Das Mount-Elgon-Gebiet ist wegen seiner hohen Niederschläge und fruchtbaren Böden seit Jahrhunderten ein bevorzugtes Siedlungsgebiet. Seit dem 16. Jahrhundert siedelten verschiedene Kalendjin-Gruppen teilweise in Höhlen auf dem Berg; in den folgenden Jahrhunderten breiteten sie sich von den höheren in tiefer gelegene Gebiete aus. Zu den eher schlanken und hoch gewachsenen nilotischsprachigen Volksgruppen der Region gehören die Nandi, die Ogiek und Sabaot. Die meisten Kalendjin wechselten im Verlauf des 20. Jahrhunderts wegen des knapper werdenden Landes von Viehwirtschaft (Rinderzucht) zu Ackerbau; an erster Stelle stehen der Anbau von Mais und Gemüse. Im 19. Jahrhundert wanderten bantusprachige Gruppen der Luhya ein, die von den Briten pauschal als Kavirondo bezeichnet und gegenüber den aufständischen Kalendjin unterstützt wurden. Sie waren bald zahlenmäßig überlegen.
Die ebenfalls zu den Kalendjin gezählten Elgonyi lebten zur Zeit der britischen Inbesitznahme Ende des 19. Jahrhunderts überwiegend in Höhlen in höher gelegenen Waldgebieten und betrieben Viehzucht. Anfang des 20. Jahrhunderts wechselten sie zu Landwirtschaft, 1925 wurde ihre Zahl mit abnehmender Tendenz auf 5000 geschätzt. Durch das 1926 von den Briten in den Höhenlagen eingerichtete Waldschutzgebiet wurden die Elgonyi von ihrer angestammten Region vertrieben, teilweise wurden sie zwangsweise nach Uganda umgesiedelt. Die Elgonyi wurden in europäischen Fachkreisen bekannt, als sie 1925 von Carl Gustav Jung aufgesucht wurden, der an den Mount Elgon gereist war, um sie über ihre Träume auszufragen. Jung erfuhr darüber von den schweigsamen Elgonyi jedoch so gut wie nichts.
Die hohe Bevölkerungsdichte und die nahezu vollständige wirtschaftliche Abhängigkeit aller Bevölkerungsgruppen von Ackerbau oder Viehzucht hat zu einer akuten Landknappheit geführt. Seit August 2006 ist die im Gebiet des Mount Elgon lebende Bevölkerung zunehmend von Gewalt bedroht, die durch bewaffnete Banden, private Truppen oder Polizeieinheiten ausgeübt wird. Die Sabaot wurden in den 1930er Jahren während der britischen Kolonialzeit an den Ausläufern des Berges angesiedelt, wo sie auf die in höheren Regionen siedelnden Ogiek stießen. Durch die Ausweitung des Mount Elgon Nationalparks wurden ab dem Jahr 2000 die Ogiek in das Gebiet der Sabaot vertrieben. Die Saboat bewaffneten sich ab Mai 2006, um gegen die nach ihrer Meinung von der Regierung in der Landfrage bevorzugten Ogiek vorzugehen. Sie bildeten die Sabaot Land Defence Force (SLDF), die Ogiek organisierten sich in der Folge in den Moorland Forces, die von den kenianischen Sicherheitskräften unterstützt werden und nach ihrem ursprünglichen Siedlungsgebiet, den Hochmooren am Mount Elgon benannt sind. Die Sabaot-Rebellen sollen Waffen aus Uganda oder Südsudan erhalten, die sie im Kampf gegen die von Regierungsseite durchgeführten Militäroperationen einsetzen. Die Zivilbevölkerung ist in dem international kaum beachteten Konflikt der Gewalt beider Seiten ausgesetzt.

Asienspiele 2014/Leichtathletik

Bei den Asienspielen 2014 in Incheon, Südkorea wurden vom 27. September bis 3. Oktober 2014 47 Wettbewerbe in der Leichtathletik ausgetragen, 23 für Damen und 24 für Herren.

Das Finale wurde am 28. September ausgetragen.
Das Finale wurde am 1. Oktober ausgetragen.
Das Finale wurde am 28. September ausgetragen.
Das Finale wurde am 1. Oktober ausgetragen.
Das Finale wurde am 29. September ausgetragen.
Das Finale wurde am 27. September ausgetragen.
Das Finale wurde am 2. Oktober ausgetragen.
Das Finale wurde am 28. September ausgetragen.
Das Finale wurde am 1. Oktober ausgetragen.
Das Finale wurde am 30. September ausgetragen.
Das Finale wurde am 1. Oktober ausgetragen.
Das Finale wurde am 29. September ausgetragen.
Das Finale wurde am 2. Oktober ausgetragen.
Das Finale wurde am 2. Oktober ausgetragen.
Das Finale wurde am 29. September ausgetragen.
Das Finale wurde am 28. September ausgetragen.
Das Finale wurde am 30. September ausgetragen.
Das Finale wurde am 2. Oktober ausgetragen.
Das Finale wurde am 2. Oktober ausgetragen.
Das Finale wurde am 30. September ausgetragen.
Das Finale wurde am 27. September ausgetragen.
Das Finale wurde am 2. Oktober ausgetragen.
Das Finale wurde am 1. Oktober ausgetragen.
Das Finale wurde am 28. September ausgetragen.
Das Finale wurde am 1. Oktober ausgetragen.
Das Finale wurde am 28. September ausgetragen.
Das Finale wurde am 1. Oktober ausgetragen.
Das Finale wurde am 29. September ausgetragen.
Das Finale wurde am 2. Oktober ausgetragen.
Das Finale wurde am 27. September ausgetragen.
Das Finale wurde am 2. Oktober ausgetragen.
Das Finale wurde am 28. September ausgetragen.
Das Finale wurde am 1. Oktober ausgetragen.
Das Finale wurde am 1. Oktober ausgetragen.
Das Finale wurde am 27. September ausgetragen.
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Das Finale wurde am 2. Oktober ausgetragen.
Das Finale wurde am 2. Oktober ausgetragen.
Das Finale wurde am 30. September ausgetragen.
Das Finale wurde am 29. September ausgetragen.
Das Finale wurde am 1. Oktober ausgetragen.
Das Finale wurde am 27. September ausgetragen.
Das Finale wurde am 29. September ausgetragen.
Das Finale wurde am 28. September ausgetragen.
Das Finale wurde am 1. Oktober ausgetragen.
Das Finale wurde am 29. September ausgetragen.
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Das Kreuz von Golgatha

Das Kreuz von Golgatha (Originaltitel: Golgotha) ist ein französisches Passionsdrama aus dem Jahre 1935 von Julien Duvivier mit Harry Baur, Jean Gabin und Robert Le Vigan als Jesus Christus in den Hauptrollen.

Die Geschichte erzählt im Wesentlichen den Leidensweg Jesu Christi in der Karwoche nach; beginnend mit dem Palmsonntag bis zu seiner Wiederauferstehung. Endpunkt des ebenso weihe- wie würdevollen Filmdramas ist Christi Himmelfahrt.
Das Kreuz von Golgotha wurde von Oktober 1934 bis Februar 1935 gedreht und erlebte am 10. April 1935 in Paris seine Uraufführung. Während Golgotha, so der Originaltitel, im nationalsozialistischen Deutschen Reich Adolf Hitlers mit Aufführungsverbot belegt wurde, erlebte das religiöse Drama im katholischen Ständestaat Österreich am 31. Januar 1936 in Wien seine deutschsprachige Erstaufführung in Anwesenheit von Bundespräsident Miklas und Kardinal Innitzer. Die deutsche Erstaufführung erfolgte erst nach dem Krieg, am 30. Oktober 1953.
Offenbar wurden die Dreharbeiten von einigen Witterungsproblemen begleitet. Wie die Österreichische Film-Zeitung (ÖFZ) in ihrer Ausgabe vom 3. November 1934 auf Seite 6 berichtete, hatte ein Sturm die Filmbauten am Außendrehort Algier zerstört. Daraufhin zog Duvivier die ersten Atelieraufnahmen vor und drehte laut ÖFZ vom 22. Dezember 1934 die Außenaufnahmen im Dezember 1934 in Algier. Mit weiteren Atelieraufnahmen in den Studios von Boulogne-Billancourt wurden die Dreharbeiten laut ÖFZ vom 8. Februar 1935 noch im selben Monat abgeschlossen.
Christus-Darsteller Robert Le Vigan spielte hier ausnahmsweise eine überragend positive Figur; normalerweise war er in seiner Filmkarriere nahezu durchgehend auf abgründige, finstere und böse Charaktere abonniert.
Die Filmbauten schuf Jean Perrier, Robert Vernay und Jean Stelli dienten Duvivier als Regieassistenten. William H. Clothier, der sich zu dieser Zeit gerade in Europa aufhielt, war, neben Marc Fossard und Robert Juillard, einer von mehreren einfachen Kameraleuten, die Chefkameramann Jules Kruger zuarbeiteten. Jacques Iberts Musik wurde vom Walther Straram-Orchester unter der Leitung von Maurice Jaubert eingespielt.
Der Film erhielt in den USA, wo er 1937 angelaufen war, den NBR Award vom amerikanischen National Board of Review.
Wiens Neue Freie Presse berichtete am Tag nach der Wiener Premiere in ihrer Ausgabe vom 1. Februar 1936: „Dieser Film, der nichts Geringeres unternimmt als das Leben Christi darzustellen, ist in fast allen seinen Teilen ein wenig stilisiert und überall ins Monumentale gesteigert. Er beginnt mit dem Einzug Jesu in Jerusalem und spannt in einer dramatisch geschickt aufgebauten Steigerung der äußeren Geschehnisse den Bogen der Handlung bis zur Kreuzigungsszene, zur Auferstehung und zur Erscheinung des Heilandes unter seinen Jüngern. (…) Aus turbulenten Massenszenen entwickelte sich in einer großen, edlen Linie das Geschehen, das hier ganz und gar auf die filmischen Möglichkeiten abgestellt blieb. Zweifellos war es ein schwierig zu lösendes Problem, den Szenenablauf so zu formen, daß der Zuschauer die ihm bekannte Handlung nichts als eintönig oder gar blasphemisch empfinde. Diese Aufgabe wurde durchaus bewältigt.“
Das Lexikon des internationalen Films schrieb: „Der Vorspann betont, die Darstellung beschränke sich auf den äußeren Verlauf der Ereignisse und maße sich nicht an, damit an das „Mysterium der Passion zu rühren“. In der Tat wirkt der Film dort am überzeugendsten, wo er mit aufwendiger Technik profane Realitäten (Massenszenen, Bauten, Charakterstudien) frei gestalten oder seine Akzente auf den politischen Hintergrund des Geschehens setzen kann. Für die Dialoge wurden ausschließlich Textstellen der Evangelien benutzt. In der gekürzten deutschen Verleihfassung sind beinahe sämtliche Großaufnahmen Christi geschnitten worden; wohl in der Überzeugung, daß die Darstellung Jesu der Distanz bedarf.“
Halliwell‘s Film Guide charakterisierte den Film wie folgt: „Impressive version made at a time when the portrayal of Christ was still virtually taboo“.
Die Filmfachzeitschrift Variety befand: „An accomplishment that should bring world-wide prestige to the French film industry“.
Hal Erickson schrieb: „Julien Duvivier’s most controversial production to date, 1935’s Golgotha is an ambitious and expensive retelling of the Last Days of Jesus. Robert le Vigan plays the Son of God, but as often happens in films of this nature he is upstaged by the villains, Herod (Harry Baur), Pontius Pilate (Jean Gabin) and Judas (Lucas Gridoux). All of Jesus‘ dialogue is taken directly from the Scriptures, with no movie-style adornments: le Vigan delivers these lines with sincerity and quiet grace. Considering the anti-Semitism prevalent in Europe during the 1930s, the question of the Jews‘ responsibility for Jesus‘ death is handled with restraint; blame is squarely laid on the shoulders of a handful of conspirators, rather than an entire race. A throwback to the religious films that Duvivier had made during the silent era, Golgotha may seem a bit old-fashioned and stilted when seen today: one contemporary reviewer has likened the film to a display of picture post-cards.“