Fuchsschwanzgräser

Wiesen-Fuchsschwanz (Alopecurus pratensis) links und Knick-Fuchsschwanz (Alopecurus geniculatus) rechts
Die Fuchsschwanzgräser (Alopecurus) sind eine weltweit mit etwa 36 Arten verbreitete, auch in Mitteleuropa häufig vorkommende Gattung der Familie der Süßgräser (Poaceae). Durch die an den Schwanz eines Fuchses erinnernde Ährenrispe erhielten sie ihre deutsche Bezeichnung. Der Name Alopecurus wurde bereits in der Antike verwendet. Er setzt sich aus den griechischen Wörtern alopex = Fuchs und oura = Schwanz, bezieht sich also wie der deutsche Name auf das Aussehen der Rispe. Dieselbe Motivation liegt dem deutschen Namen der nicht verwandten Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae) zugrunde.

Die Fuchsschwanzgräser sind ein- bis zweijährige oder ausdauernde Pflanzen. Bei den ausdauernden Arten wachsen die Erneuerungstriebe innerhalb der Blattscheiden (intravaginal) der Rhizom-Niederblätter hoch. Die Stängel haben mehrere Knoten, die unteren Internodien sind manchmal verdickt. Die Blattscheiden sind mehr oder weniger stark gerieft, kahl und bis zum Grund offen. Die untersten Blattscheiden zerfasern. Das Blatthäutchen ist ein häutiger Saum. Die Blattspreiten sind in Knospenlage gerollt oder gefaltet.
Der Blütenstand ist eine walzen- oder eiförmige, dichte, vielblütige Ährenrispe. Die Hauptachse ist von den Ährchen verdeckt, die allseitswendig stehen. Die Seitenäste sind mit der Hauptachse verwachsen und verzweigt. Die Ährchenstiele sind kurz und an der Spitze scheibenartig verbreitert. Die Ährchen sind einblütig und 2 bis 9 mm lang. Über der Blüte gibt es keinen Achsenfortsatz. Das Ährchen ist seitlich zusammengedrückt und fällt zur Reife als Ganzes ab. Die Hüllspelzen sind gleich und bei manchen Arten bis über die Mitte miteinander verwachsen. Sie haben drei Nerven, sind gekielt, auf dem Kiel meist bewimpert, häutig und zur Reife hart. Die Deckspelze ist gleich lang oder leicht kürzer als die Hüllspelzen. An den Rändern der unteren Hälfte ist sie verwachsen und schließt so die Blüte schlauchartig ein. Auf dem Rücken trägt sie in der unteren Hälfte eine Granne. Diese ist entweder gekniet oder nicht gekniet und rau. Die Vorspelze fehlt bei etlichen Arten, so auch allen mitteleuropäischen. Es gibt drei Staubbeutel, die zur Blüte an der Spitze des Blütchens herausragen. Der Fruchtknoten ist kahl und trägt zwei kurze, häufig miteinander verklebten Griffeln mit langen, fedrigen Narben. Zur Blütezeit ragen die Narben an der Spitze der Blüte heraus. Die Blüten sind stark proterogyn: die Narben erscheinen vier bis sechs (selten ein bis zehn) Tage vor den Staubbeuteln und werden fremdbestäubt. Das Acker-Fuchsschwanzgras und einige Rassen des Wiesen-Fuchsschwanzgrases sind selbststeril.
Die Frucht (Karyopse) ist schmal-elliptisch bis eiförmig und auf den Seiten stark zusammengedrückt. Der Embryo ist ein Viertel bis ein Drittel so lang wie die Frucht. Der Nabel ist punktförmig.
Die Gattung Alopecurus wird innerhalb der Familie der Süßgräser der Unterfamilie Pooideae und der Tribus Aveneae zugeordnet.
Sie besteht aus 36 Arten, von denen 14 in Europa heimisch sind. Die GrassBase von Kew Gardens listet folgende Arten:
Folgende Hybriden sind anerkannt: